Familientag am 22. August 2010

Zu einem nicht nur für Jagdhundeführer- und Richter interessanten Anschussseminar konnte der JGV Nassau in diesem Jahr bei schönstem Sommerwetter wieder ca. 80 Teilnehmer anlässlich seines traditionellen Familientages begrüßen.

Auf Grund der umfangreichen Vorbereitungen und einer Zeitvorgabe von 3 Stunden für den Hauptprogrammpunkt mussten gegenüber den Vorjahren die Übungs-ein­heiten ein wenig zurücktreten, wie immer konnte aber von 08.00-10.00 Uhr auf der Schleppe und am Fuchshindernis unter Richteranleitung geübt werden.

Zur Vorbereitung des Anschußssseminares wurden währenddessen mit zwei Stücken Rehwild jeweils 4 und einem Stück Schwarzwild jeweils 3 natürliche An­schüsse hergestellt, in dem das Wild in einem speziell hierfür hergerichteten Gestell hängend beschossen wurden.

Um 10.00 Uhr begann dann unter der fachkundigen und professionellen Leitung von Ulrich Umbach das von den Teilnehmern schon ungeduldig erwartete Seminar.

Ulrich Umbach ist seit mehr als 40 Jahren anerkannter Schweißhundeführer (HS u. DD) und mit über 4000 durchgeführten Nachsuchen ein führender Experte in Sachen Anschusskontrolle. Als „Urvater der Anschuss-Seminare“ leitet er diese bereits seit 1980, unter anderem anlässlich der VSwP „Pfälzer Wald“.

Schon seine Einführung, mit der er die Teilnehmer auf das Ziel der praktischen Schu­lung, der Vermittlung der Wirkung des Schusses auf ein Stück Wild , das Erkennen der entstehenden Pirschzeichen sowie die hieraus zu ziehenden Konsequenzen für das weitere Handeln und eine eventuelle Nachsuche, vorbereitete, versprach einen spannenden und aufschlussreichen Vormittag.

Danach ging es dann zu den eigentlichen Anschüssen, wo jeweils 4 Freiwillige die Möglichkeit hatten, ohne vorher den jeweiligen Treffersitz des angebrachten Schus­ses zu kennen, die einzelnen Anschüsse (Äser-, Krell-, Lauf- u. Waidwund- schuss) zu untersuchen und anhand der gefundenen Pirschzeichen Ihre Meinung zum Sitz der Kugel, der Fluchtdistanz, dem Fluchtverhalten der Wildart und der Konsequen­zen für die Nachsuche zu äußern.

Mit großem Engagement für eine waid- und tierschutzgerechte Behandlung unseres Wildes machte Ulrich Umbach dann an jedem der Anschüsse auf die vielen Fehler aufmerksam, die in der jagdlichen Praxis sowohl vor und nach der Schussabgabe, beim Suchen und Beurteilen des Anschusses und der Entscheidung ob und wie nachgesucht wird, immer wieder auftreten und erläuterte dann das korrekte Verhal­ten und Vorgehen, um mit einer Nachsuche doch noch zum Erfolg zu kommen.

An praktischen Beispielen machte er den Teilnehmern mit viel Herzblut klar, wie oft durch Unwissen, Gleichgültigkeit und riskante Schüsse (z.B. auf den Träger oder Tel­ler) vermeidbares Leid zugefügt und dann auf Grund der wenig zu findenden Pirsch­zeichen allzu oft von einem Fehlschuss oder einer geringen Verletzung ausgegangen wird.

Die Teilnehmer stellten mit Erstaunen fest, welch schwere Verletzungen die be­schossenen Stücke trotz der spärlich zu findenden Pirschzeichen aufwiesen.

Auch die Splitterwirkung von austretenden Geschossen und die dadurch entstehen­de Verletzungsgefahr von hinter dem beschossen Wild stehenden Stücken demons­trierte Umbach augenscheinlich.

Viele der Teilnehmer waren vom Streukreis der Kugel- und Knochensplitter sowie der herausgerissenen Wildbetteile überrascht und so mancher musste sich Gedanken machen, ob er nicht doch ohne dies zu merken schon einmal ein zweites Stück ver­letzt hat, welches dann eventuell elend verendete.

Anhand der gezeigten Anschüsse und der Erläuterungen ergaben sich viele Fragen,

die Ulrich Umbach routiniert und mit entsprechendem Engagement beantwortete.

Nach insgesamt drei Stunden, die durch die kurzweilige und praxisbezogene Vor­tragsart vergingen wie im Flug, konnte jeder der Teilnehmer etwas von der Erfahrung des Experten mitnehmen. Und so mancher nahm sich für die Zukunft vor, sein eige­nes Verhalten vor und nach Schussabgabe zu korrigieren um Fehler zu vermeiden und so der uns anvertrauten Kreatur Leiden und Schmerzen zu ersparen.

Aus den Äußerungen der teilnehmenden Jäger und Hundführer war zu entnehmen, dass Ihre Erwartungen an dieses Seminar weit übertroffen wurden.

Ulrich Umbach gilt unser Dank für diese gelungene Veranstaltung, in der er seine Er­fahrung und sein Wissen aus mehreren Jahrzehnten Nachsuchenarbeit vermitteln konnte.

Wie in den vergangenen Jahren war im Anschluss an das Programm für Speis und Trank wieder reichlich Sorge getragen und die Teilnehmer konnten sich bei Steaks und Wildschweinbratwurst stärken.

Einen ganz herzlichen Dank an alle, die Ihr Engagement auch in diesem Jahr wieder in die Vorbereitungen und die Organisation eingebracht und so zum Gelingen unse­res Familienfestes beigetragen haben.

Ganz besonderer Dank gilt dem Reitverein Kirberg, der uns sein Gelände alljährlich kostenfrei zu Verfügung stellt sowie den Kirberger Revierpächtern, die uns ihr Revier, nicht nur an unserem Familientag, sondern auch bei den Vorbereitungskursen und Prüfungen seit vielen Jahren uneigennützig überlassen.

Bei Kaffee und Kuchen, der dankenswerter Weise wieder von unseren Mitgliederfrau­en gestiftet wurde, und gemütlichem Beisammensein mit fachlichen Gesprächen klang der diesjährige Familientag dann am Nachmittag aus.

 

Martin Löber

 

Schnappschüsse vom Familientag


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